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Mensch zuerst -
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Klaus LohmannEin Gespräch mit Klaus Lohmann über die Schulung "Wohnen, wie wir wollen" (20.11.2009)

Mensch zuerst:
Guten Tag Herr Lohmann, vielen Dank das Sie sich für uns Zeit nehmen.

Herr Lohmann:
Das mache ich gerne.

Mensch zuerst:
KursSie haben an der Schulung "Wohnen wie wir wollen" von Mensch zuerst teilgenommen.
Was haben Sie dort gelernt?

Herr Lohmann:
Bei der 1. Schulung war jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin noch sehr schüchtern.
Wir kannten uns ja nicht.
sprechenWir haben uns erst mal alle vorgestellt.
Und uns gezeigt, wie wir im Moment wohnen.
Das war sehr interessant,
da die Teilnehmer in verschiedenen Wohn-Formen wohnen.
Das heißt:
Einige wohnen in einem Wohn-Heim, andere in einer Wohn-Gemeinschaft
und einige leben in ihrer eigenen Wohnung.

Bei jeder weiteren Schulung wurden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen offener.
Und haben viel von sich erzählt.
ZimmerEin Teilnehmer hat erzählt, dass er gerne aus dem Wohnheim möchte.
Er möchte in einer eigenen Wohnung leben.
Wir haben ihm Mut zugesprochen.
BeratungEr muss sich trauen, mit der Wohn-Heim-Leitung zu sprechen.
Und er muss dann sagen:
Ich möchte gerne in einer eigenen Wohnung leben.
Und ich kann das, wenn ich Unterstützung bekomme.

Wir haben ein Rollen-Spiel gemacht.
Dort haben wir geübt, wie er mit der Wohn-Heim-Leitung sprechen kann.
Und wir haben ihm dann noch mehr Tipps gegeben.

Ich hoffe, er schafft das.
Ich werde ihn immer mal wieder anrufen.
Und versuchen ihn zu unterstützen und ermutigen.

Mensch zuerst:
Was hat ihnen noch gefallen?

Herr Lohmann:
Insgesamt fand ich die Schulung sehr gut. Besonders die Rollen-Spiele. ComputerWir haben auch im Internet nach Infos geguckt. Das fand ich nicht so interessant.
Dafür fanden das andere Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr gut.

Mensch zuerst:
Was nehmen Sie von der Schulung mit?

Herr Lohmann:
Ich habe viele Erfahrungen gesammelt:
Menschen EmpowermantWie kann ich anderen Menschen mit Lernschwierigkeiten helfen,
dass sie auch in ihrer eigenen Wohnung leben können.
Viele Menschen mit Lernschwierigkeiten müssen Mut haben,
ihre Wünsche zu sagen.
Ich möchte dabei helfen.

Außerdem wurde mir auch klar,
dass ich selber was tun muss,
damit sich was verändert.
Das muss man auch wissen.

Mensch zuerst:
Wie können Sie Menschen mit Lernschwierigkeiten unterstützen,
wenn sie in ihrer eigenen Wohnung leben möchten?

Herr Lohmann:
Ich kann meine Erfahrungen weitergeben.
Ich habe auch schon im Wohn-Heim gewohnt.
Und wohne jetzt in meiner eigenen Wohnung.

Auch kann ich vielleicht bei Briefen helfen.
Zum Beispiel sind Briefe vom Amt sehr schwer zu verstehen.
KochenOder zeigen, wie man kocht oder Wäsche macht.

Mensch zuerst:
Wir von Mensch zuerst haben im Mai 2010 eine große Tagung zum Thema "Wohnen".
Dort kommen Menschen mit Lernschwierigkeiten und Unterstützer und Unterstützerinnen zusammen.
Über was würden Sie gerne bei der Tagung sprechen?

Herr Lohmann:
Ich selber könnte meine Geschichte erzählen:
Wie bin ich aus dem Wohn-Heim in meine eigene Wohnung gekommen.
Am Anfang habe ich Unterstützung bekommen, heute brauche ich keine mehr.
Ich kann erzählen, wie ich das geschafft habe.
Außerdem würde ich gerne darüber reden,
wie Unterstützer und Unterstützerinnen gut arbeiten können.
Assistentin einkaufenDiese sollen nicht über mich bestimmen,
sondern das machen, was ich möchte.

Mensch zuerst:
Was wünsche Sie sich für Menschen mit Lernschwierigkeiten in Bezug auf das Wohnen?

Herr Lohmann:
Ich habe viele Wünsche:
SelbstbestimmungMenschen mit Lernschwierigkeiten sollen dort leben können, wo sie auch wollen.
Es sollen mehr Menschen mit Lernschwierigkeiten in ihrer eigenen Wohnung leben.
Dort haben sie mehr Freiheiten.
Und können mehr selbst-bestimmen als im Wohn-Heim.
Auch die Briefe vom Amt sollen in Leichte Sprache geschrieben werden.
So das ich auch verstehen kann, was das Amt von mir will.

Ich wünsche mir auch,
dass Menschen immer an diesen Schulungen auch teilnehmen können.
GeldAber die Fahrt und Übernachtung kosten Geld.
Und Menschen mit Lernschwierigkeiten haben vielleicht nicht so viel Geld.
Sie können die Fahrt und Übernachtung dann nicht bezahlen.
Und können dann nicht an der Schulung teilnehmen.
Ich möchte, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten dafür mehr Geld bekommen.
Ich finde, dass gerade bei diesen Schulungen Menschen mit Lernschwierigkeiten gestärkt und ermutigt werden.
Und das finde ich sehr wichtig.

Mensch zuerst:
Vielen Dank für das Interview.

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